Es gibt kein Bild von der Gründung der Schweiz. Es gab auch nie eine Gründung. Reichsstädte wie Zürich oder Bern gingen viele, meist befristete Bündnisse für die Sicherung des Landfriedens ein, so 1351/1353 auch mit den innerschweizerischen Waldstätten Uri, Schwyz und Unterwalden. Voraussetzung der allmählichen Staatsbildung waren jedoch nicht solche Bünde, sondern die Reichsfreiheit. Entsprechend überwölbt der Reichsadler die Wappen der Kantone, die vom Landvogteischloss der Stadt Baden aus ihre erste „Gemeine Herrschaft“ verwalteten (Abbildung 1). Im Auftrag des Luxemburger Königs Sigismund hatten die Kantone 1415 den Aargau erobert, die Stammlande der habsburgischen Gegenspieler des Königs. Die damit entstehende „Erbfeindschaft“ schmiedete aus verschiedenen Allianzen die eine „Eidgenossenschaft“. Sie schuf sich um 1470 die bekannte Befreiungssage um Wilhelm Tell und dazu einen Nationalheiligen, Niklaus von Flüe, der 1481 die schweren Spannungen zwischen Stadt- und Landkantonen beilegte. Humbert Mareschet integrierte 1586 Bruder Klaus (Abbildung 2, Seite 65, vorn links) in den Bundesschwur der 13 Kantone – eine unhistorische Szene, die fortan im Berner Rathaus an die angebliche Mahnung des Einsiedlers zur Einigkeit erinnerte.
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 02/2013.
Prof. Dr. Thomas Maissen




