Der Mediävist Ludwig Schmugge hat 6000 aus dem Vatikanischen Archiv stammende deutsche Bittschriften aus dem 15. Jahrhundert ausgewertet. In einer Mischung aus erzählender Darstellung, ergänzender Statistik und Sondagen zum rechtlichen und sozialen Hintergrund der Bittsteller zeigt der Autor so eine spannende Seite spätmittelalter‧licher Lebenswirklichkeit. Beleuchtet werden auch die rechtlichen Möglichkeiten von Frauen, die sich um ein Eheversprechen betrogen fühlten. Das Ergebnis ist allerdings ernüchternd: Zumeist konnte die Verführte den Nachweis des Versprechens nicht erbringen. Erfolgreicher waren dagegen diejenigen Frauen, die wegen Impotenz ihres Angetrauten auf Auflösung der Ehe klagten.
Rezension: Talkenberger, Heike




