Knie-Schmerzen
Eine Forschergruppe des Klinikums Essen Mitte hat Patienten, die unter Knieschmerzen infolge einer Arthrose litten, erfolgreich mit Blutegeln behandelt.
Leichte Abnutzungserscheinungen in den Knien finden sich bei nahezu jedem Menschen über 60 Jahren. Ist die Knorpelschicht sehr stark geschädigt, sind reibungs- und damit schmerzfreie Bewegungen des Gelenks kaum noch möglich. Viele Betroffene sind dann dauerhaft auf Schmerzmittel angewiesen.
Als Alternative haben die Essener Mediziner bei 24 Patienten jeweils vier bis sechs Blutegel an das erkrankte Knie angesetzt. Dort durften sie etwa eine Stunde lang saugen. Eine Kontrollgruppe wurde drei Monate lang mit einem schmerzstillenden Gel behandelt. Die Patienten aus der Egel-Gruppe verspürten im Anschluss deutlich weniger Schmerzen als diejenigen aus der Gel-Gruppe. Dieser Vorteil verschwand zwar nach einer Woche, aber drei Monate später waren die Knie der Egel-Therapierten immer noch beweglicher als die der Kontrollgruppe.
Die Wissenschaftler vermuten im Speichel der Blutsauger unbekannte Substanzen, die Schmerzen und Entzündungen unterdrücken. Bisher werden Egel vor allem in der Chirurgie eingesetzt, um nach dem Eingriff gestautes Blut aus dem Operationsgebiet abzusaugen.
Thomas Willke





