Kleinstädtische und landwirtschaftliche Strukturen waren zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Ruhrgebiet vorherrschend. Durch die um 1840 aufkommende Industrialisierung musste das Revier einen explosionsartigen Bevölkerungszuwachs verkraften. Die Einwohnerzahl Essens stieg von 9 000 um 1850 auf 295 000 um das Jahr 1910. Zigtausende Menschen strömten in die Region, um überwiegend in den neuentstehenden Berg- und Stahlwerken ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie verließen die ärmlichen ländlichen Verhältnisse und erhofften sich einen sozialen Aufstieg in der Stadt.
In der Enge der Städte lebten die Menschen allerdings mit einem höheren gesundheitlichen Risiko als auf dem Land. Noch im Jahr 1880 starben in Altenessen von 294 Kindern 145 bis zum fünften Lebensjahr, obwohl dort zwei Ärzte praktizierten. Schnell entwickelte sich ein akuter Bedarf an Gesundheitsleistungen. Gemessen an der Bevölkerungszahl, existierten in der Region nur wenige Anlaufstellen für Hilfesuchende. In den nun entstehenden modernen Krankenhäusern stand neben der Heilung der Kranken die Wiederherstellung der Arbeitskraft im Vordergrund.
Vorbild für viele Krankenhaus-Gründungen im Ruhrgebiet wurde das 1831 eröffnete Theresienhospital in Düsseldorf. Diese Einrichtung stand wie später entstandene Hospitäler nicht mehr unter der Obhut der Armenverwaltung, sondern wurde selbständig von der Ordensgemeinschaft der „Barmherzigen Schwestern“ verwaltet. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 7/2015.
Dr. Arne Thomsen




