Die Zahl der an Ebola erkrankten und gestorbenen Menschen in der Demokratischen Republik Kongo und im benachbarten Uganda ist weiter angestiegen. Am 26. Mai 2026 meldeten die Behörden im Kongo 906 Ebola-Verdachtsfälle und 105 bestätigte Erkrankte. Mehr als 230 Menschen sind bereits am Ebolafieber gestorben. In Uganda ist die Zahl der bestätigten Ebola-Fälle auf sieben gestiegen.

Auslöser der aktuellen Ebola-Epidemie ist das seltene Bundibugyo-Ebolavirus, bei dem rund 40 Prozent der Fälle tödlich enden. Anders als gegen das häufigere Zaire-Ebolavirus gibt es gegen das Bundibugyo-Virus bisher keinen Impfstoff. Erkrankte können nur unterstützend behandelt werden, ein wirksames Gegenmittel fehlt bisher.
Ein kleines Molekül gegen Ebola
Nach einem antiviralen Mittel, das auch gegen das Bundibugyo-Ebolavirus wirkt, suchen zurzeit unter anderem Jonathan Bohmann vom Southwest Research Institute (SwRI) in Texas und sein Team. „Während globale Gesundheitsorganisationen auf den jüngsten Ebola-Ausbruch reagieren, unterstützen wir die biomedizinische Forschung mit der schnellen Entwicklung antiviraler Wirkstoffe“, sagt Bohmann. Zusammen mit dem Texas Biomedical Research Institute forscht sein Team bereits seit 2016 an einem Wirkstoff gegen Ebola.
Einer der Kandidaten, ein kleines Molekül namens M7, erwies sich in Tests bereits als potenter Hemmstoff gegen das Zaire-Ebolavirus, könnte aber auch gegen das Bundibugyo-Ebolavirus wirken, wie das Team erklärt. Denn bei M7 handelt es sich nicht um ein antivirales Mittel, das das Virus und seine Funktionen direkt angreift, sondern um ein sogenanntes wirtsgerichtetes Gegenmittel – einen Wirkstoff, der für die Infektion oder Virusvermehrung essenzielle Zellfunktionen beim Wirt blockiert.
Typischerweise sind solche am Wirt ansetzenden Mittel unspezifischer und können daher gegen verschiedene Virusvarianten effektiv sein. Allerdings eignet sich M7 nicht für eine Herstellung im großen Maßstab, weil dieses Molekül zu instabil ist, wie die Forschenden erklären.






