Erfunden hat die E-Zigarette Anfang der 2000er-Jahre ein chinesischer Apotheker – weil er nach einem Hilfsmittel suchte, um sich selbst das Rauchen abzugewöhnen. Um die beim Verbrennen des Tabaks entstehenden Schadstoffe zu vermeiden, erdachte er ein System, bei dem eine nikotinhaltige Flüssigkeit schonend verdampft wird. Typischerweise besteht dieses Liquid größtenteils aus einem Gemisch von Wasser mit Propylenglykol und Glycerin als Trägerstoffen – sie sorgen für den sichtbaren Dampf. Diesem Grundgemisch sind dann je nach Liquid-Typ verschiedene Aromen und unterschiedlich hohe Dosen an Nikotin zugesetzt. Inzwischen erfreuen sich diese Verdampfer wachsender Beliebtheit, so hat Schätzungen zufolge in Deutschland schon jeder achte einmal eine E-Zigarette genutzt. Jüngste Studien legen zudem nahe, dass E-Zigaretten Rauchern tatsächlich beim Abgewöhnen helfen können. Die Erfolgsrate lag mit 18 Prozent immerhin doppelt so hoch wie mit der klassischen Nikotinersatztherapie.
Vergleich von Rauchern, “Dampfern” und Nichtrauchern
Doch trotz dieser positiven Wirkung können auch E-Zigaretten gesundheitsschädliche Nebenwirkungen haben. So deuten Studien darauf hin, dass der Dampf dieser Geräte potenziell zellschädigende Chemikalien enthalten kann, die eingeatmeten Nikotinabbauprodukte und Aldehyde hemmen zudem die DNA-Reparatur der Zellen und könnten die Entstehung von Krebs fördern, wie unter anderem Versuche mit Mäusen nahelegten. Bereits im Jahr 2016 fanden zwei Forschergruppen zudem Indizien dafür, dass das “Vaping” auch die Mundschleimhaut angreift und dort zu entzündungsfördernden Immunreaktionen führt. Auf Basis dieser früheren Erkenntnisse haben sich nun Sukirth Ganesan von der Ohio State University in Columbus und seine Kollegen auch die Bewohner unserer Mundhöhle und ihre Reaktion auf das “Vapen” näher angeschaut. “Die Mundhöhle beherbergt ein offenes mikrobielles Ökosystem mit mehr als 700 Bakterienarten”, erklären die Forscher. Inzwischen wisse man, dass diese Mundflora einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit von Zähnen und Zahnfleisch hat.
Für ihre Studie nahmen die Wissenschaftler Proben des Zahnbelags in den Zahnfleischtaschen von 123 jungen, gesunden Probanden. “Sie hatten keinerlei Zahnfleischerkrankungen, besuchten alle sechs Monate ihren Zahnarzt und ernährten sich gesund”, erklärt Ganesans Kollegin Purnima Kumar. Unter den Teilnehmern waren 72 Personen, die E-Zigaretten nutzten, 25 Nichtraucher und 25 Raucher. Von den Probanden, die Verdampfer nutzten, hatten 20 zuvor nicht geraucht, 25 waren ehemalige Raucher und 28 praktizierten beides. Über genetische Analysen ermittelten die Wissenschaftler bei allen Probanden die Artenzusammensetzung und Menge der Bakterien, außerdem untersuchten sie, welche Botenstoffe und Entzündungsmarker im und am Zahnfleisch vorhanden waren.





