Wie sich eine erkrankte Gallenblase ohne äußere Hautschnitte entfernen lässt, haben Chirurgen der Northwestern University in Chicago erstmals demonstriert. Über einen beweglichen Schlauch mit weniger als einem Zentimeter Durchmesser führten sie ihr winziges Operationsbesteck durch den Mund über die Speiseröhre bis in den Magen ein und entfernten auch auf diesem Weg das Organ. Bisher haben sie sieben Patienten erfolgreich operiert .
Damit ist eine weitere schonende Operationstechnik verwirklicht worden. „NOTES” – natural orifice transluminal surgery – lautet die Abkürzung für das Prinzip: Operieren durch natürliche Körperöffnungen. Bisher operierten die NOTES-Pioniere vor allem durch die weibliche Scheide. „Doch dieses Verfahren ist bei der Hälfte der Bevölkerung eben nicht anwendbar”, sagt einer der Chirurgen aus Chicago. Dazu kommt, dass viele Frauen die Prozedur unangenehm finden.
Die Vorteile der neuen Gallenblasen-OP liegen auf der Hand: Es entstehen keine sichtbaren Narben, und die Patienten können bald nach dem Eingriff die Klinik verlassen. Meist ist nicht einmal ein Schmerzmittel nötig. Denn die Magenwand, die die Chirurgen aufschneiden müssen, um in die Bauchhöhle zu gelangen, ist frei von schmerzempfindlichen Nerven und verheilt gut. Auch die Komplikationen einer offenen Operation – wie Wundinfektionen und Narbenbrüche – sind bei NOTES nicht zu erwarten.





