Das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße hat einen Radius, der etwa dem Abstand zwischen Erde und Sonne entspricht. Damit würde das Schwarze Loch gerade in eine Kugel passen, in deren Zentrum sich die Sonne befindet und über dessen Oberfläche sich die Erde bewegt. Das haben chinesische und amerikanische Forscher herausgefunden.
Schwarze Löcher geben selbst keine Strahlung ab. Doch können die Forscher das Aufglimmen der Materie beobachten, wenn diese wie in einem Strudel in ihm verschwindet. Dieser strahlende Saum tritt beim Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße besonders bei Radiowellenlängen hervor. Wissenschaftler nennen diese starke Radioquelle Sagittarius A*.
Die Wissenschaftler beobachteten Sagittarius A* mit dem so genannten Very Long Baseline Array (VLBA) , einem System von zehn über die USA verteilten Teleskopen, und konnten so gewissermaßen die Silhouette des Schwarzes Lochs erkennen. Dazu verwendeten die Forscher eine Radiowellenlänge von drei Millimetern. Dies ist die kleinste vom VLBA noch empfangbare Wellenlänge. Damit konnten sie die innere Struktur des Strahlungssaums um das Schwarze Loch noch deutlich besser analysieren als in früheren Messungen bei anderen Wellenlängen.
Aus den Messdaten und Computersimulationen des Strahlungsverhaltens ergab sich eine Ausdehnung von etwa einer Astronomischen Einheit (AE). Diese in der Astronomie häufig gebrauchte Längeneinheit entspricht der Entfernung zwischen Erde und Sonne. Das Schwarze Loch hat etwa die Masse von vier Millionen Sonnen. Es handelt sich damit um ein so genanntes supermassives Schwarzes Loch.
Zhi-Qiang Shen ( Astronomisches Observatorium, Schanghai) et al.: Nature (Bd. 438, S. 62). ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer





