Warum die Entropie – ein Maß für die Unordnung physikalischer Systeme – im frühen Universum extrem gering war, unser Universum also mit dem sehr unwahrscheinlichen Zustand hoher Ordnung begann, ist eine der schwierigsten Fragen der Kosmologie. Eine pfiffige Antwort geben nun Lauris Baum und Paul Frampton von der University of North Carolina in Chapel Hill. Sie glauben, dass die Dunkle Energie für Ordnung gesorgt hat. Kosmologen machen diese mysteriöse Energieform dafür verantwortlich, dass sich der Weltraum seit fünf Milliarden Jahren beschleunigt ausdehnt.
Was sich hinter der Dunklen Energie verbirgt, ist dabei noch unklar. Vielleicht wird sie veranlassen, dass alle Materie schon in einigen Dutzend Milliarden Jahren vollständig birst, was ein katastrophales Ende des Universums, einen „Big Rip”, bedeuten würde. Baum und Frampton spekulieren, dass die „Fetzen” überlichtschnell auseinanderfliegen würden. Sobald die Dichte der Dunklen Energie so groß wäre wie die des Universums insgesamt, sollte der Prozess aufhören – die einzelnen Regionen müssten dann kollabieren und anschließend wieder separat expandieren. In jeder Region käme es also zu einem neuen Urknall, der mit einer niedrigeren Entropie als im Mutteruniversum starten würde.
Das wäre dann auch zu Beginn unseres Universums so gewesen. Ob die Dunkle Energie heute eine so hohe Energiedichte hat, dass sie das Universum eines Tages in einem Big Rip zersprengen könnte, sollen künftige Messungen klären.





