Wilmuth und Campell erzählen sehr persönlich von ihrer Motivation, sich der Reproduktionsbiologie und Gentechnik zuzuwenden, und schildern dabei ihre nicht ganz gradlinigen Lebensläufe, die sich schließlich im schottischen Roslin-Institut kreuzten, und ihre Erfahrungen im Medienrummel um Dolly. Dieser Blick hinter die Kulissen hilft, Vorurteile gegen Forscher abzubauen, denn Wilmuth und Campell erscheinen als recht normale Menschen mit sehr pragmatischen Ansichten und keinesfalls als Schöpfer von “Frankensteins”. Außerdem vermittelt der wissenschaftliche Teil, wie lang und steinig der Weg zu einem erfolgreichen Experiment ist.
Doch wenn es um die ethische Bewertung geht, verstecken sich die Autoren hinter dem Allgemeinplatz, dass alles, was machbar ist, eines Tages gemacht werden wird und tun ihren eigenen Beitrag schulterzuckend ab: “Das Klonen von Menschen gehört von nun an zu den Möglichkeiten, die die Zukunft bereithält und wir haben dazu beigetragen. Wir würden uns wünschen, dass es anders wäre, müssen uns aber damit abfinden.” Und wenn sie schreiben, dass “die biologische High-Tech-Medizin des 21. Jahrhunderts keine besonderen ethischen Fragen aufzuwerfen” scheint, bestätigen sie leider doch den Verdacht, dass die Wissenschaftler den Folgen ihrer Arbeit oft unkritisch gegenüberstehen.
Susanne Liedtke





