Der Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb macht seine Medikamente mit einem genetischen Fingerabdruck fälschungssicher – als erstes Unternehmen in Deutschland. Nach Angaben der amerikanischen Nahrungs- und Arzneimittelbehörde FDA sind weltweit über zehn Prozent aller Medikamente gefälscht. Selbst Apotheker können die unechten Arzneimittel oft nicht erkennen. Für die Patienten kann ein solcher Betrug lebensbedrohlich werden, denn oft enthalten die Plagiate falsche oder sogar keine Wirkstoffe.
Ein Krebsmedikament konnte die Genmarkierung bereits erfolgreich vor Nachahmern schützen. Nun soll das neue Verfahren auch Aids-Medikamente fälschungssicher machen. Dazu trennen die Hersteller die beiden Stränge eines DNA-Codes. Stränge der einen Art bringen sie auf der Medikamentenpackung auf, die passenden Gegenstücke lagern sie in einem Stift. Bevor ein Medikament über die Ladentheke wandert, streicht der Apotheker mit dem Stift über die Stelle der Medikamentenpackung, an der sich die DNA befindet. Handelt es sich um eine Originalverpackung, passen die beiden DNA-Teile zu einander wie ein Schlüssel zum Schloss. Sie fügen sich zu einem Doppelstrang zusammen, der Licht aussendet. Für das menschliche Auge ist das Licht zwar unsichtbar, ein spezielles Lesegerät dagegen entdeckt es in wenigen Sekunden.





