Die Katastrophe, der die Dinosaurier und viele andere Tierarten vor 65 Millionen Jahren zum Opfer fielen, dauerte nur wenige Jahrtausende. Damit können Vulkanausbrüche in Indien, die bislang als mögliche Ursache für das Massensterben galten, nicht für den Tod der Dinos verantwortlich sein, da sie mindestens eine halbe Million Jahre anhielten, schreiben Sujoy Mukhopadhyay und Kollegen im Journal Science.
Der Forscher vom California Institute of Technology bestätigt statt dessen die Theorie, der Einschlag eines Kometen oder Asteroiden sei am Niedergang der Dinosaurier schuld. Das Trümmerstück aus dem All sei außerdem ein Einzelgänger und nicht etwa ein Mitglied eines Kometenschauers gewesen.
Zu diesem Schluss kamen Mukhopadhyay und seine Kollegen, nachdem sie Sedimentgesteine aus Italien und Tunesien analysiert hatten, die aus der Grenzschicht zwischen den Erdzeitaltern Kreide und Tertiär stammen. Die Forscher bestimmten den Gehalt der leichten Variante des Edelgases Helium, Helium-3, das im kosmischen Staub sehr viel häufiger vorkommt als in irdischen Gesteinen. Das Ergebnis der Analyse legt nahe, dass sich während der Kreide-Tertiär-Katastrophe nicht mehr kosmischer Staub als üblich auf die Erde niedergelegt hatte.
Das erlaubte den Forschern, die Zeitdauer des Ereignisses zu bestimmen: Die charakteristische Tonschicht, die an vielen Orten der Welt zu finden ist und das Edelmetall Iridium als Kennzeichen des außerirdischen Einschlags enthält, wurde in einem Zeitraum zwischen 8.000 und 12.000 Jahren abgelagert. Außerdem schlossen die Forscher aus ihrer Analyse, dass zur Zeit des Dino-Untergangs nicht mehr kosmischer Staub als sonst im inneren Sonnensystem umherschwirrte.
Das spricht gegen Theorien, nach denen ein unsichtbarer Nachbarstern der Sonne (“Nemesis”) in regelmäßigen Abständen die Kometenpopulation des Sonnensystems durcheinanderwirbelt und zahlreiche Kometen aus ihrer Bahn wirft. Wenn ein solcher Kometenschauer das innere Sonnensystem unsicher macht, wäre die Wahrscheinlichkeit für einen Zusammenstoß mit der Erde größer als üblich. Außerdem wäre die Menge kosmischen Staubs im inneren Sonnensystem erhöht.
Ute Kehse





