Während des Wiener Kongresses (18. September 1814 bis 9. Juni 1815) wurde nach dem Sieg über Napoleon über eine Neuordnung Europas verhandelt. August Graf de La Garde, Chronist des Kongresses, vermerkte anlässlich des Empfangs der verbündeten Monarchen von Preußen und Russland durch den österreichischen Kaiser Franz „die ungenierte Herzlichkeit, das Wohlwollen ohne Etikette, das in den Mienen der hohen Personen zu lesen war, die sonst so wenig an die Manieren der Bürgerlichkeit gewöhnt sind“. Im gleichen Sinn erklang am 29. November 1814 Beethovens Kantate „Der glorreiche Augenblick“: „Vienna / Kronengeschmückte / Herrscherbewirthende Bürgerinn“. Im „tanzenden Kongress“ – diesen Begriff prägte der aus den österreichischen Niederlanden stammende Feldmarschall Charles Joseph Fürst de Ligne angesichts der zahlreichen Vergnügungen während des Treffens der Staatsmänner – strömten bürgerliche Kultur- und Lebensformen in die höfische Gesellschaft ein, die sich im Zeichen von Restauration und Legitimität gegen die Forderungen der Französischen Revolution stellte. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 2/2015.
Prof. Dr. Wolfgang Häusler




