Wie kam es, dass aus dem Wanderprediger Jesus von Nazareth der Messias der Christen wurde? Warum trennten sich die Glaubenswege von Juden und Christen, und unter welchen Bedingungen breitete sich überhaupt das Christentum aus? Diesen Fragen geht der Althistoriker Werner Dahlheim auf den Grund. Mit profundem Wissen, klaren Akzentuierungen und großer Erzählkunst führt er seine Leser in die Welt des Orients unter römischer Herrschaft. Plastisch schildert er die Lebensweise der Römer und charakterisiert das Herrschaftssystem, gesellschaftliche Strukturen sowie die Götterwelt des Imperium Romanum. Für das Römische Reich wurden nicht nur die Völker jenseits der Grenzen, die „Barbaren“, sondern auch die christliche Botschaft von Erlösung und Frieden für das Volk Gottes zur Herausforderung. Das Problem war, das wurde deutlich, nur durch die Verfolgung der Christen nicht zu lösen. Der Autor analysiert des Weiteren den Einfluss der Apostel auf die christliche Lehre und zeigt in beeindruckender Weise die biblischen Erzählungen als Produkte ihrer Zeit und ihrer Überlieferung. Er erschließt so ihre historische Dimension.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger




