Besonders beliebt wurden Reisespiele, bei denen man zunächst reale Landkarten als Spielplan verwendete. Spiele als Spiegel ihrer Zeit: Die Gestaltung der Reisespiele zeigt die jeweiligen kolonialen Interessen ihrer Schöpfer, und Expeditionen konnte man jetzt am Spieltisch veranstalten. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts fand der beginnende Tourismus seinen Niederschlag: Die Berge oder exotische Fernreisen lockten, während später im Spiel „Pyramid of History“ historische Räume durchschritten werden – vom Paradies bis zu Queen Victoria. Und so rennt man durch das Amsterdam von 1880, macht 1905 eine Reise mit dem Luftschiff vom Bodensee aus oder schafft 1888 eine Karriere vom Telegraphenboy zum Präsidenten der Vereinigten Staaten – ganz wie es dem amerikanischen Mythos entspricht.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger




