Eine Landschaft nur aus Eis und Schnee ist etwas ganz Besonderes. Die meisten Menschen denken dabei an Kälte und Lebensfeindlichkeit. Aber immer mehr Menschen an Verlust, weil die zunehmende Klimaerwärmung der Kryosphäre – der gefrorenen, weißen Welt – besonders zusetzt.
Ich denke – jetzt im Sommer 2023 – an meine vergangenen Expeditionen in die Arktis und daran, was mich diesmal dort erwarten wird. Denn es geht wieder los in Richtung Nordpol: Im norwegischen Tromsø gehe ich am 3. August an Bord unseres Forschungseisbrechers Polarstern, um für zwei Monate im Arktischen Ozean zu forschen. Das Schiff wird tief in den eisbedeckten Ozean vorstoßen, vollgepackt mit wissenschaftlichen Geräten: vom Untereis-Roboter über schwebende und geschleppte Kameras bis zu schweren Tiefseegeräten, die autonom die Chemie des Wassers und des Meeresbodens messen. Das Team, das mich begleitet, wird mit mir untersuchen, wie das Leben im Meer auf den zunehmenden Meereisrückgang reagiert: von den Eisalgen, Ruderfußkrebsen und Stachelquallen an der Oberfläche bis zu den Seegurken, Haarsternen und Borstenwürmern über 4.000 Meter darunter, in der Tiefsee.





