Und noch eine zweite Umwertung ist dem Autor wichtig: Anders, als ihr negativer Ruf als brutale Zerstörer es nahelegt, gelang es den Vandalen, in den machtpolitischen Auflösungserscheinungen der Spätantike eigene Herrschaftsräume zu errichten und damit einen wichtigen Beitrag zu Umgestaltung der römischen Welt zu leisten.
Das Werk deckt den Zeitraum vom späten 2. Jahrhundert, als zum ersten Mal Vandalen an den Grenzen des Römischen Reichs auftauchten, bis zum 6. Jahrhundert ab. In fünf großen Kapiteln schildert der Autor den Weg der Vandalen von der Donau nach Afrika, wo es Geiserich gelang, das immer noch recht bedeutende Karthago zu erobern, die Geschicke der Vandalen unter Hunerich und Gelimer, die Konflikte mit der römisch-katholischen Kirche sowie die römische Rückeroberung Karthagos. Wer eine Geschichte dieser Zeit des epochalen Umbruchs auf dem neusten Stand der Forschung sucht, sollte zu diesem Werk greifen.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger




