von CHRISTIAN JUNG
Biete Schlafplatz, suche Kot! – so lockt die fleischfressende Pflanze Nepenthes hemsleyana Wollfledermäuse in ihre Kannen. Und die hinterlassen dort willig ihre Mietzahlung, nachdem sie hineingeschlüpft und ein Nickerchen gehalten haben. Bei den meisten Kannenpflanzen, die sämtlich Fleischfresser sind, hat sich im Zuge evolutiver Prozesse ein einfaches Blatt zu einem extravaganten Gefäß ausgeformt, das, mit Verdauungssaft gefüllt, auf hineinfallende Insekten und kleine Gliedertiere wartet – ein nasses Grab. Doch jüngst machten Biologen eine überraschende Beobachtung: Manche Kannenpflanzen haben sich mit einem tierischen Partner verbündet, zu beider Nutzen. Die Fledermaus zum Beispiel hat einen ruhigen Schlafplatz, und die Pflanze gewinnt Nährstoffe aus dem Kot des Tieres.





