Als Breslau am 6. Mai 1945 kapitulierte, schwiegen in der Reichshauptstadt Berlin bereits seit vier Tagen die Waffen. Gut elf Wochen lang hatten Belagerung und Vernichtung der zur „Festung“ erklärten niederschlesischen Metropole gedauert, weil Hitlers „totaler Krieg“ auch hier seine fanatischen Vollstrecker fand. Gauleiter Karl Hanke, die beiden Stadtkommandanten Hans von Ahlfen und Hermann Niehoff, dazu Scharen ihrer Untergebenen, sie alle kannten kein Mitleid mit den Breslauern. „Die rücksichtslose Verteidigung schien uns in den letzten Wochen dieses unsinnigen Krieges ein unbegreifliches Verbrechen“, notierte später der aus Breslau stammende Schriftsteller und Bankier Wolfgang von Eichborn.
Es war Breslau gewesen, von wo aus im März 1813 Friedrich Wilhelms III. denkwürdiger Aufruf „An mein Volk“ erklang. Aus diesem Appell des Preußenkönigs, gegen Napoleon zu kämpfen, erwuchs der demokratische Gedanke des Volkes in Waffen, der Landwehr, des Landsturms. In Breslau, getragen von der Begeisterung der Studentenschaft, die geschlossen zum Werbebüro der Lützower Freiwilligen Jäger marschierte, nahm die Befreiung Deutschlands von der französischen Vorherrschaft ihren Anfang. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 2/2015.
Janusz Tycner




