Hier soll ausdrücklich angemerkt werden, dass GTP-3 ein grandioses Werk ist. Deshalb kommt es mir umso seltsamer vor, was dabei über Verstehen und Verstand geschrieben wird. Es gehört doch zu dem eigentlich kreativen Einsatz von Sprache, dass man sich manchmal wundert über das, was man sagt und schreibt. Wer weiß denn, was er sagen will, wenn er den Mund öffnet und zu sprechen beginnt? Wer könnte schon angeben, wo die Ideen herkommen, die er ausdrücken möchte? Und wie wird aus einem Gedanken ein Wort oder Satz? Versteht ein Mensch in diesem weiten Sinne wirklich, was er sagt? Ich glaube das ebenso wenig wie ich glaube, dass der gesunde Menschenverstand dabei hilft, die Welt zu verstehen, was sich dann in der Sprache niederschlagen soll.
Die Welt – oder etwas von der Welt – zu verstehen, heißt zum Beispiel in der Physik, Abschied vom gesunden Menschenverstand zu nehmen. Wie will man sonst erklären, dass unterschiedliche Gewichte gleich schnell fallen oder Stoffe beim Verbrennen schwerer werden? Was die auf Sprachfähigkeit trainierten Maschinen bereits können, ist auch kaum zu glauben, weshalb es schön ist, dass sich selbst die führenden Entwickler mit Witzchen beruhigen, etwa indem sie GTP-3 als „stochastischen Papagei“ bezeichnen, der nachplappert, was er hört, bloß dass er den Lauten noch einen Zufallsmix mit auf den Weg gibt. So entsteht eine künstliche Sprachapparatur, die als Mund ohne Gehirn funktioniert. Das erinnert mich an den alten Spruch, „bitte vor dem Mundwerk das Gehirn einschalten“. Während die Maschine so intelligent wird wie ein Mensch, bleibt der so dumm wie eine Maschine.





