Von ROLF HEßBRÜGGE
Von den ersten Seefahrern ist uns nichts geblieben, keine Abbildungen, keine Schiffsfragmente, keine sonstigen Hinterlassenschaften. Umso spannender waren Meldungen aus den Jahren 2008 und 2009 über mögliche Hinweise auf Hochsee-Reisetätigkeiten vor mindestens 130 000 Jahren. So alt sollen die altsteinzeitlichen Steinwerkzeuge sein, die US-amerikanische Archäologen in tieferen geologischen Schichten der Südküste Kretas ausgegraben haben. Einige Gerätschaften, so das Team, könnten aufgrund ihrer Machart sogar wesentlich älter sein. Und wo Werkzeuge waren, waren Menschen – die im Fall von Kreta übers Wasser gekommen sein müssen. Denn Kreta war schon vor rund fünf bis acht Millionen Jahren vom Festland getrennt worden –die Entfernung beträgt heute gut 100 Kilometer. Konkrete Hinweise auf maritime Expeditionen in jener Zeit gibt es jedoch nicht. Bei den ersten „Seefahrern“ nach Kreta könnte es sich auch um Gestrandete handeln, die sich an Treibholz festgeklammert hatten. Nicht auszuschließen ist auch, dass sie über Landbrücken nach Kreta gelangt sein könnten, die zwischenzeitlich aufgrund stark schwankender Meeresstände entstanden waren.





