Das erstaunliche Phänomen haben Wissenschaftler des Werner-Reichardt-Centrums für Integrative Neurowissenschaften sowie des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik in Tübingen genutzt, um spezielle Schaltkreise im sogenannten parietalen Kortex zu entschlüsseln. Das ist ein Bezirk der Großhirnrinde, der unter anderem an der Zielauswahl von Augenbewegungen beteiligt ist. Dazu projizierten sie 15 Probanden jeweils ein Haus auf das eine und ein Gesicht auf das andere Auge. Wie erwartet, erlebten die Versuchsteilnehmer einen periodischen Wahrnehmungswechsel. Als die Forscher daraufhin den parietalen Kortex mittels nicht-invasiver Magnetstimulation störten, fanden diese Wahrnehmungswechsel deutlich seltener statt. „Unsere Versuche zeigen, dass der posteriore parietale Kortex ursächlich an der Auswahl beteiligt ist, welche Informationen von uns bewusst wahrgenommen werden“, erklärt dazu einer der Studienautoren. „Das beweist, dass er eine große Rolle in unserem visuellen Bewusstsein spielt.“





