Ob öffentliche Auspeitschung, wie sie noch im 19. Jahrhundert im Militär und in kolonialen Verhältnissen auch noch später üblich war, oder das Kahlscheren des Kopfes als Strafe für Frauen (wie etwa in Frankreich 1945 angewandt), all dies verstieß gegen die Menschenwürde. Gleichwohl wurde und wird noch immer mit dem Mittel der Beschämung gearbeitet, nicht zuletzt in der Schule. Ein extrem wirkungsvolles Instrument der öffentlichen Bloßstellung ist heute das Internet.
Frevert beschreibt diese Demütigungsrituale, aber auch die Kritik, die sich gegen sie erhob, vor allem aber das Wechselspiel von Macht und Ohnmacht, das sie auszeichnet. Und sie fragt nach den politischen Bedingungen für die Existenz öffentlicher Beschämung.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger




