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Aus 600 Kilometer Höhe zeigt sich, wie die Menschen die Erde prägen. Im Bildband „New Human Footprint“ machen Markus Eisl und Gerald Mansberger auf 137 Satellitenaufnahmen sichtbar, welche tiefen Spuren Städte, Infrastruktur, Landwirtschaft und der Abbau von Rohstoffen auf der Erde hinterlassen. Je weiter sich die Menschheit entwickelt, desto mehr holt sie sich von der Natur, was sie für ihren Fortschritt braucht.
Im Jahr 2000 fiel der Welterschöpfungstag – der Tag im Jahr, an dem die nachwachsenden Ressourcen aufgebraucht sind – noch auf Anfang November. 2018 war er am 1. August. Doch der Bedarf und Verbrauch der Menschen ist nicht überall gleich hoch, sondern Herkunft und Lebensstil bedingen sie. Im Bildband „New Human Footprint“ ist auf einer Weltkarte farblich markiert, in welchen Regionen die Natur nahezu unberührt ist (dunkelgrün) und wo sie die Menschen stark beeinflussen (rot). Unberührt sind vor allem Eis-, Salz- und Sandwüsten, die nur für wenige Menschen als Lebensraum in Frage kommen und in denen keine wirtschaftlich rentablen Rohstoffe lagern.
Besonders diese beiden Aspekte, Wohnraum und Rohstoffe, dominieren die Satellitenaufnahmen. Die Veränderungen durch Bauen und Abbauen werden deutlich, wenn Fotos von vor einigen Jahren mit solchen von heute verglichen werden: Immer mehr Gebiete werden erschlossen, bebaut oder landwirtschaftlich genutzt. Die Bevölkerung wächst, da sie sich besser versorgen kann; die Ressourcen werden infolge knapper. Ob Kupferbergbau in Chile oder Ölförderung im Kaspischen Meer – der Mensch holt sich, was er braucht und manchmal auch zu viel davon. Gleichzeitig entwickelt er Lösungen für die Probleme auf der Welt. So gibt es neue Techniken zur Energiegewinnung: Auf ein Foto von Tschernobyl mit dem Betondeckel über dem Kernkraftwerk folgt ein Foto von chinesischen Solarkraftwerkanlagen in Form von Pandas.
Der Mensch lebt am Wasser
Die Fotos sind nach thematischen Kapiteln geordnet. Zum Beispiel im Kapitel „Wo Menschen leben“ geht es eigentlich um das Lebenselixier Wasser. Egal, ob in kleinen Pfahlbaudörfern im Meer, entlang eines Kanals oder inmitten der Sahara an einem kleinen See – der Mensch sucht das Wasser. Er braucht es zum Überleben, für die Energiegewinnung, für die Landwirtschaft… Und überall, wo Wasser knapp ist, sollen kreative Ideen die Versorgung sichern. So können auf Kreisbewässerungsfeldern selbst in trockenen Regionen der Erde Pflanzen angebaut werden. Dabei fließt das Wasser von einem zentralen Brunnen in lange Rohre, aus denen die Pflanzen bewässert werden. Bei herkömmlichen Sprinkleranlagen geht viel Wasser verloren – es verdampft, bevor es die Pflanzen erreicht.





Markus Eisl und Gerald Mansberger