Eine andere Erklärung beruht auf der sogenannten Ponzo-Illusion, benannt nach dem italienischen Psychologen Mario Ponzo (1882–1960). Demnach ermittelt unser Gehirn die Größe eines Objekts durch den Vergleich mit benachbarten Strukturen. Zeichnet man etwa in zwei sich annähernde Linien – wie zum Horizont hin verlaufende Eisenbahnschienen – oben und unten je einen waagerechten Strich, so erscheint der obere länger als der untere, auch wenn beide exakt gleich lang sind. Bei der Mondillusion könnten Objekte am Horizont die Rolle der Schienen übernehmen. Doch diese These trifft nach aktuellen Erkenntnissen ebenfalls nicht zu. Denn auch Insassen von Flugzeugen berichten, dass ihnen der Mond in Horizontnähe größer erscheint, obwohl doch aus großer Höhe keine Vergleichsobjekte zu erkennen sind.





