„Die wollen nur Aufmerksamkeit und Forschungsgelder.” So kommentiert Michael Hofreiter vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig die Hoffnung japanischer Forscher, ausgestorbene Tiere, die im Eis konserviert wurden, „ wiederauferstehen” zu lassen. Hintergrund: Teruhiko Wakayama vom Forschungszentrum Riken in Kobe war es mit seinen Kollegen erstmals gelungen, tiefgefrorene Lebewesen zu klonen.
Die Mäuse hatten 16 Jahre lang bei minus 20 Grad Celsius im Eis gesteckt. Die Wissenschaftler tauten sie auf und untersuchten, ob es noch Zellkerne gab, die hinreichend intakt für das Klonen waren. Bisher waren die Wissenschaftler davon überzeugt, dass Zellen und Zellkerne beim Einfrieren durch Eiskristalle zerstört werden. Doch Wakayama entdeckte im Hirngewebe und im Blut einiger Mäuse tatsächlich intakte Zellkerne. Deren DNA setzten die Forscher in eine entkernte Eizelle ein, die sich prompt zu einem Embryo entwickelte. Aus dem Embryo wiederum gewannen sie Stammzellen, deren Erbgut sie in eine weitere leere Eizelle einbauten und diese anschließend einer Leihmutter transplantierten. Von den entstandenen vier Klonen überlebten zwei und entwickelten sich normal. Ein Tier zeugte sogar gesunde Nachkommen.
Wakayama vermutet, dass in Mammuts und anderen Tieren, die im Permafrost konserviert sind, ebenfalls noch intakte Zellen existieren. Dem widerspricht Hofreiter vehement: „Es ist ein Unterschied, ob eine kleine Maus innerhalb weniger Minuten in der Tiefkühltruhe eingefroren wird, oder ob ein Mammut tagelang herumliegt und vereist. Dabei werden mit Sicherheit alle Zellkerne und Chromosomen zerstört.”





