Ein ausgesprochen gut lesbares, streckenweise spannendes Buch zum Thema hat auch der Journalist Joachim Käppner verfasst. Bei ihm taucht ebenfalls die Hauptthese gleich im Untertitel auf: Es habe sich um eine „Revolution der Besonnenen“ gehandelt, findet der Autor und setzt sich damit deutlich von denjenigen ab, die die revolutionären Ereignissen vor allem unter dem Signum von Gewalt und Eskalation sehen.
In den Mittelpunkt stellt Käppner die Soldaten der Revolution, aber auch führende Sozialdemokraten. Er charakterisiert etwa die Volksmarinedivision, lässt durch Zitate aus Lebenserinnerungen und Briefen die Motive und Lebenswege der damals Handelnden lebendig werden und schildert die wechselvollen Geschehnisse fast reportageartig. Bei alledem blickt Käppner vor allem auf Berlin; die Münchner Räterepublik wird vergleichsweise kurz beschrieben.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Joachim Käppner
1918. Aufstand für die Freiheit
Die Revolution der Besonnenen
Piper Verlag, München 2017, 523 Seiten, € 28,–
Andreas Platthaus
18/19. Der Krieg nach dem Krieg
Deutschland zwischen Revolution und Versailles
Rowohlt Verlag, Berlin 2018, 446 Seiten, € 26,–





