Das Kölner Museum Schnütgen, spezialisiert auf die christliche Kunst des Mittelalters, widmet den Heiligen Drei Königen nun noch bis zum 25. Januar 2015 eine Ausstellung; mit opulentem Begleitkatalog.
Nach einer Einführung der Kuratoren Manuela Beer und Moritz Woelk führt das Museum auf über 300 Seiten durch seine Ausstellungsobjekte: Reliefs und Elfenbeinschnitzereien, Handschriften und Malereien; in einer Bandbeilage befinden sich außerdem Bilder der Marmorfiguren vom Hochaltar des Kölner Domes und eine Stadtansicht aus dem Jahre 1531. Die Exponate haben dabei internationalen Rang: Zu bestaunen sind unter anderem eine Grabplatte des 3. Jahrhunderts aus den Vatikanischen Museen, eine große neapolitanische Krippe des 18. Jahrhunderts aus dem Diözesanmuseum in Freising, ottonische Buchmalereien aus den Bibliotheken in Bremen, Rom und Göttingen und eine Schreinmadonna aus dem New Yorker Metropolitan Museum. Die Deutung der Heiligen Drei Könige änderte sich im 10. und 11. Jahrhundert: Aus Magiern wurden Könige. Grund dafür kann gewesen sein, dass die christlichen Könige zu dieser Zeit ihre Würde mit Gottes Willen legitimierten und somit das Pendant in den Heiligen Drei Königen suchten, die nur dem Christuskind, dem „König aller Könige“ huldigen.
Wie jedem Ausstellungskatalog haftet dem Band natürlich das fehlende Realerlebnis an, das nur der Besuch im Museum erzeugen kann. Doch die Großaufnahmen der Exponate kombiniert mit den nicht überbordenden Erklärungen zum Objekt und den historischen Kontexten laden zum Innehalten ein – ganz wie es sich für die Weihnachtszeit gehört.
Rezension: Tim Brückmann




