von HARTMUT NETZ
Es ist kurz nach vier am Nachmittag des 27. Juli 2016, als die Feuerwehr für Berlin den Ausnahmezustand ausruft. Die Gewitterfront, die die Stadt am Nachmittag überrascht, bringt tosenden Wind und sintflutartige Regenfälle. Das Unwetter zieht schnell vorüber, doch danach stehen im Osten der Stadt ganze Straßenzüge unter Wasser. Besonders hart trifft es Viertel mit hohem Versiegelungsgrad wie Wedding oder Prenzlauer Berg, wo die Bewohner teilweise durch knietiefes Wasser waten müssen. Beide Viertel sind so dicht bebaut, dass die Wassermassen nirgendwo versickern können. An diesem Tag fallen binnen zwei Stunden stellenweise über 40 Liter Regen pro Quadratmeter – etwa so viel wie sonst in einem ganzen Monat.





