Wer J.R.R. Tolkiens Jahrhundert-Trilogie „Herr der Ringe“ gelesen hat, der weiß: Die Figur Gollum ist ekelerregend hässlich. Wer Gollum zudem in der Verfilmung des Werkes gesehen hat, wird diesem Urteil umso mehr zustimmen. Doch Hässlichkeit ist vielleicht nicht einmal sein größtes Defizit, denn obendrauf kommt noch sein ausgesprochen mieser Charakter: Gollum ist schmierig, hinterhältig und verschlagen, voller Falschheit und rücksichtsloser Selbstsucht – nur um das eine Ziel zu erreichen: den Ring der Macht zu besitzen, um den sich alles dreht.
Was meinten also Jose Valdez vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig und John Gould von der australischen University of Newcastle damit, als sie vor zwei Jahren ein ganz bestimmtes Verhaltensmuster von Forschenden in einem Artikel in der Zeitschrift „Frontiers in Ecology and Evolution“ mit „Gollum-Effekt“ betitelten? Hatten sie dabei womöglich im Sinn, dass der US-Autor Venkatesh Rao den Begriff bereits 2011 in Zusammenhang mit krankhaft überzogener Besitz- und Konsumsucht des Menschen eingeführt hatte?





