Konsequent entwirft er ein Gegenbild, zeigt Afrika als Wiege der Menschheit mit Ägypten als erster afrikanischer Hochkultur, um dann in einem wahren Parforceritt durch die Jahrhunderte bis in die Gegenwart zu eilen. Die tragische Geschichte der europäisch-afrikanischen Begegnungen blendet er nicht aus. 500 Jahre Kolonialismus und vor allem der transatlantische Sklavenhandel haben ihre grausamen Spuren hinterlassen.
Eindringlich schildert er auch die Probleme der Gegenwart, vor allem AIDS. Diese Krankheit droht weite Teile Afrikas zu verheeren, die Bevölkerung mancher Länder zu halbieren und die kümmerlichen Reste des Sozialsystems vollends zum Einsturz zu bringen.
Wer van Dijks Buch liest, versteht Afrika besser. Geschrieben ist das Buch mit deutlicher Sympathie für die Bewohner Afrikas und mit dem Willen, auch ihrer Stimme Gehör zu geben. Allein dadurch wirkt es europäischen Vorstellungen vom wilden Land mit unzivilisierten und geschichtslosen Menschen entgegen, tappt dabei allerdings auch manchmal selbst in die Falle der Idealisierung afrikanischen Lebens. Es richtet sich vor allem an jüngere Leser, deshalb vereinfacht es und löst manches feinziselierte Bild in einem gröberen Schwarz-Weiß-Holzschnitt auf. Dennoch finden auch Erwachsene einen guten ersten Überblick. Für ein tieferes Verständnis der Geschichte Afrikas, vor allem von 1800 bis zur Gegenwart, sei jedoch auf das jüngst erschienene Buch von Christoph Marx zur Geschichte Afrikas verwiesen.
Rezension: Zimmerer, Jürgen




