Für die Autoren ist klar: Die öffentliche Meinung bestimme ein undifferenziertes Bild, ein „Opferplot“: Er besagt, dass die „Gastarbeiter“ um ihre Aufnahme in die deutsche Gesellschaft – oft erfolglos – gekämpft hätten. Die Autoren nehmen die Arbeits- und Lebenswelt der italienischen Arbeiter unter die Lupe und betonen dagegen, diese hätten ein anderes Konzept als die deutschen Arbeiter gehabt: Nicht höhere Qualifikation und Konsum, sondern gute Verdienstmöglichkeiten und die baldige Heimkehr seien ihnen wichtig gewesen. Deshalb sei etwa die für die Integration wichtige Bildungsorientierung auf der Strecke geblieben. Auch wenn die Autoren manchmal argumentativ übers Ziel hinausschießen – ihre Frage nach den Motiven der Betroffenen selbst bleibt wichtig.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





