Die erste Generation von Sternen im Universum bestand möglicherweise aus massiven, kurzlebigen Objekten, die nach wenigen Millionen Jahren als Supernova explodierten. Das berichten Forscher um Tom Abel vom Harvard Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge, Massachusetts, im Fachblatt Science.
Das Szenario könnte eine Erklärung dafür liefern, wieso es in der Milchstraße keine “metallfreien” Sterne gebe, schreiben die Forscher. Ihrer Simulation zufolge bildeten sich in den Vorläufern von Galaxien molekulare Wolken aus Wasserstoff. Aus kleinen Instabilitäten entstand dort ein Kern aus etwa hundert Sonnenmassen, der in einen Protostern von einer Sonnenmasse zusammenfiel.
Dieser Stern sammelte immer mehr Materie an, bis er dreißig bis hundert Sonnenmassen schwer war. Andere Sterne könnten sich in Gegenwart eines solchen Monstrums nicht gebildet haben, schreiben Abel und seine Kollegen. Erst nachdem die erste Sternengeneration ein Ende als Supernova nahm und dabei schwerere Elemente produzierte, kam die Sternenentstehung richtig in Gang.
Das liefere die Erklärung dafür, warum es heute keine Sterne in der Milchstraße gibt, die ausschließlich aus den drei leichtesten Elementen Wasserstoff, Helium und Lithium bestehen. Sowohl die Metalle, die Druckwellen und die Magnetfelder der ersten Supernovae könnten die Entstehung von Galaxien stark beeinflusst haben, spekulieren die Forscher. Möglicherweise böten sie sogar eine Erklärung für die rätselhaften Gammablitze. “Solche Blitze, die aus großer Entfernung zu uns vordringen, könnten ein helles Fenster in ein ansonsten dunkles Zeitalter öffnen”, schreiben die amerikanischen Astrophysiker.
Ute Kehse





