In Kaschmir geboren, in England ausgebildet und später dort wie auch im indischen Allahabad als Rechtsanwalt tätig, wurde der engagierte Kämpfer für die indische Unabhängigkeit mehrfach inhaftiert, bevor er 1947 nach der Teilung des Landes in ein vorwiegend vom Hinduismus geprägtes (indisches) und ein vorwiegend von Muslimen bewohntes (pakistanisches) Gebiet erster Ministerpräsident Indiens wurde. Geleitet auch von westlichen Ideen der Demokratie und des Sozialismus, bemühte er sich um eine Verbesserung der Lage der Armen und Kastenlosen.
Dieser faszinierenden Persönlichkeit hat der indische Autor Shashi Tharoor eine Biographie gewidmet. Er erzählt engagiert vom Werdegang Nehrus im Kontext der verschiedenen politischen Strömungen und vom sich wandelnden Verhältnis zu dem charismatischen Gandhi. Allerdings hätte dem Buch etwas mehr kritische Distanz zu seinem Gegenstand gutgetan.
Rezension: Talkenberger, Heike




