Bisher hat alles geklappt: Perseverancen befindet sich nun an seinem Zielort – im Jezero-Krater auf dem Roten Planeten. „Schwierig war, dass die ganze Landung vollautomatisch ablaufen musste“, erklärt Nicole Schmitz vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Denn das Kontrollzentrum am Jet Propulsion Laboratory der NASA in Kalifornien erhielt die Statussignale mit rund elf Minuten Verzögerung und konnte deshalb in den Landeablauf nicht eingreifen. Doch alles verlief planmäßig und Perseverance hat auch erste Schnapschüsse vom Landeplatz übertragen.
Landung an einem vielversprechenden Ort
Nun sollen auch gleich die erste Erkundungen der Umgebung erfolgen. Mit der 3D-Kamera Mastcam-Z ist dabei die Entwicklung eines farbigen 360-Grad-Panoramas möglich. Mit maximalem Zoom kann das Gerät Objekte von der Größe einer Stubenfliege über die Länge eines Fußballfeldes hinweg sichtbar machen, berichtet das DLR.
„Dies wird uns im Laufe der ersten Wochen den Blick in eine ganz besondere Landschaft öffnen: Sedimente in einem ehemaligen, uralten Kratersee auf dem Mars mit einem gut erhaltenen Flussdelta, in dessen feinkörnigen Ablagerungen vielleicht Spuren von vergangenem einfachen Leben zu finden sein könnten“, sagt Nicole Schmitz. Aus geologischen Merkmalen geht hervor, dass es bis vor etwa 3,5 Milliarden Jahren noch flüssiges Wasser auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten gegeben hat und somit potenziell lebensfreundliche Bedienungen. Im Laufe der Zeit entfleuchte dieser Schatz dann allerdings größtenteils. In der Zeit, als der Mars noch feucht und warm war, entstanden auf der Erde die ersten einzelligen Organismen. Somit stellt sich die Frage, ob diese Entwicklung damals auch auf unserem Nachbarplaneten abgelaufen sein könnte. Ihr soll Perseverance nachgehen.
Drohnenflug und Heimsendung von Proben
Wie die Wissenschaftler erklären, ist der Landeplatz dazu ein idealer Ort. Denn sie gehen davon aus, dass sich in dem etwa 45 Kilometer breiten Jezero-Krater vor mehr als 3,5 Milliarden Jahren ein See befand, in dem Zuflüsse ein Flussdelta aus abgelagerten Sedimenten hinterlassen haben. Von der Erde ist bekannt, dass durch die vergleichsweise schnelle Ablagerung in Deltastrukturen Hinweise auf Leben besonders gut im Untergrund konserviert werden. Um Informationen über die Bedingungen an der Landestelle und mögliche Spuren von Leben in dem uralten Delta zu sammeln, ist Perseverance mit sieben wissenschaftlichen Instrumentengruppen ausgerüstet.
Zudem soll der Rover erstmals in der Geschichte der Erkundung des Mars 38 Behälter mit Bohrkernen aus bis zu 20 Zentimetern Tiefe füllen, die dann an geeigneter Stelle für eine spätere Rücksendung zur Erde abgelegt werden. Zwei zukünftige gemeinsam von NASA und ESA geplante Missionen sollen die etwa bleistiftgroßen Proben dann in den frühen 2030er Jahren wieder zurück zur Erde bringen. Dort können sie dann durch komplexe Geräte analysiert werden, die viel zu groß und komplex wären, um sie zum Roten Planeten zu schicken.





