Schon eine Milliarde Jahre nach dem Urknall gab es die ersten Planeten im Universum. Das folgt aus einer Entdeckung europäischer Astronomen. Sie fanden zwei Planeten, die den 375 Lichtjahre fernen Stern HIP 11952 im Sternbild Walfisch umlaufen, mit Bahnperioden von 7 und 290 Tagen. Die Forscher um Johny Setiawan vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg schätzen, dass der Stern bereits 12,8 Milliarden Jahre alt ist, weil er fast keine Elemente besitzt, die schwerer sind als Wasserstoff und Helium.
Das ist erstaunlich, denn im Urknall bildeten sich nur die leichtesten Elemente. Schwerere entstanden erst durch die Kernfusion im Inneren von Sternen. Somit müssen sich die Planeten von HIP 11952 aus den Resten von Riesensternen geformt haben, die zuvor explodiert waren und ihre Materie ins All geschleudert hatten. Den ersten Planeten bei einem sehr alten Stern fanden Veronica Roccatagliata von der Universitätssternwarte München und ihre Kollegen im Jahr 2012. Der Stern HIP 13044, 2000 Lichtjahre entfernt im Sternbild Ofen, wurde als Mitglied einer Zwerggalaxie wahrscheinlich vor Milliarden Jahren von der Milchstraße verschluckt. HIP 11952 dagegen entstand, als unsere Galaxie selbst noch im Kleinkindstadium war.
Inzwischen sind über 760 Planeten bei anderen Sternen nachgewiesen. Die Satellitenteleskope Kepler und Corot haben zudem über 2000 Kandidaten aufgespürt, die gegenwärtig überprüft werden. Je mehr schwere Elemente ein Stern hat, umso wahrscheinlicher beherbergt er auch Trabanten. Insofern ist HIP 11952 eine echte Ausnahmeerscheinung.





