Wie kann man dicken Kindern helfen, damit sie nicht noch dicker werden? Hier herrscht allgemeine Ratlosigkeit. Zwar favorisiert jeder Experte die eine oder andere Maßnahme. Doch: Ob Klinikaufenthalt, ambulante Schulung oder Gesundheitserziehung für alle – auf die Wirksamkeit überprüft ist bislang kaum etwas. Die zahlreichen Pummel-Kuren in Kliniken für Kinder sind meist erfolglos. Wenn die Kinder heimkehren, haben sie ihre Pfunde bald wieder drauf, zum Beispiel weil die Eltern nach wie vor ins Fast-Food-Lokal gehen. Auch ambulante Schulungsprogramme wie „ Moby Dick” oder „Obeldicks” bescheren oft keinen langfristigen Erfolg – nur jedem zehnten Heranwachsenden kann damit geholfen werden.
Zudem erreicht man mit solchen Angeboten nicht die hauptsächlich Betroffenen: Kinder aus sozial schwachem Milieu oder aus Migrantenfamilien. Denn oft fehlt dort das Problembewusstsein oder einfach das nötige Kleingeld. Zudem fühlen sich viele Eltern von den Experten bevormundet.
Der Stuttgarter Soziologe Michael Zwick plädiert deshalb für eine Gesundheitserziehung in Kindergarten, Schule und Hort, von der alle profitieren. Gemeint ist nicht ein Ernährungsunterricht, in dem nur über die Gefahren ungesunden Essens aufgeklärt wird. Stattdessen sollten Kinder die Möglichkeit haben, in der Schule das Kochen zu üben. Und: Eine wirkungsvolle, praxisnahe Ernährungserziehung sollte unbedingt mit mehr Schulsport einhergehen.





