Damit hat die Seescheide die Universallösung für sämtliche Probleme entwickelt, die man im Leben überhaupt haben kann. Stress in der Arbeit? Kleben Sie sich frei von Gedanken in eine Ecke. Keine Lust, für die Prüfung zu lernen? Weg mit dem Gehirn!
Bedeutet großes Gehirn besonders schlau?
Doch im Gegensatz zur Seescheide sind wir Menschen wahnsinnig stolz auf unsere intellektuellen Kapazitäten. Schließlich haben wir im Lauf der Evolution die Intelligenz als unsere ökologische Nische entdeckt. Unser Gehirn wurde immer größer, und die Menschheit wurde zusehends intelligenter. Es ist deshalb verständlich, dass Science-Fiction-Filme superintelligente Menschen der Zukunft oder besonders fortschrittliche Aliens gerne mit gewaltigen Köpfen darstellen.
Aber benötigt höhere Intelligenz zwangsläufig ein größeres Gehirn? Und wird unser Gehirn in Zukunft vielleicht sogar noch größer werden?
Das Gehirn der Neandertaler war etwa so groß wie unser heutiges, laut manchen Studien sogar ein kleines bisschen größer. Aber das bedeutet nicht, dass Neandertaler, würden sie heute noch leben, das Zeug zum Schachweltmeister hätten. Es spricht eher dafür, dass die Größe des Gehirns allein nicht mit Intelligenz gleichgesetzt werden kann. Für uns, die wir uns für besonders schlau halten, sind das gute Nachrichten. Das Gehirn eines Elefanten zum Beispiel ist drei Mal so groß wie unseres. Wäre Gehirngröße gleichzusetzen mit Intelligenz, dann wären die Elefanten zum Mond geflogen, und wir würden im Zoo sitzen.
Großer Körper, großes Gehirn
Wie groß ein Gehirn ist, hängt vor allem davon ab, wie groß der Körper des Lebewesens ist. Das Hirn ist ja nicht nur dazu da, um nachzudenken und sich Sorgen zu machen, sondern auch um zu steuern, was der Körper den ganzen Tag macht. Und da bedeutet mehr Körper einfach mehr Rechenaufwand und somit mehr Gehirn.
So war das auch bei den Neandertalern. Die hatten größere Augen und einen massigeren Körper im Verhältnis zu ihrer Körperhöhe. Verglichen mit dem modernen Menschen widmete sich ein größerer Teil ihres Denkorgans der Verarbeitung optischer Reize und der Steuerung der ausgeprägten Muskulatur – Aufgaben, die nicht zwingend mit hoher Intelligenz einhergehen.
Der Aufbau ist entscheidend
Der moderne Mensch hingegen hat sein Gehirn eher in den Regionen ausgeprägt, die für komplexe soziale Fähigkeiten, höheres Denken, Sprache und Lernfähigkeit zuständig sind. Wie viel Intelligenz in einem Hirn steckt, ist also nicht vorrangig von der Größe abhängig, sondern davon, wie es aufgebaut ist.





