Dieser Umstand könnte die Entwicklung eines Frühwarnsystems für Erdrutsche sowie bestimmte Arten von Erdbeben und Vulkanausbrüchen ermöglichen. In einem ersten Feldversuch vergruben die Forscher entsprechende Elektroden an den Hängen des Stromboli-Vulkans in Italien ? dort sind massive Erdrutsche besonders zahlreich. Die Forscher konnten in der Tat die charakteristischen Stromstöße kurz vor dem Abgang eines Erdrutsches beobachten.
Die Elektrodensonde wurde dabei in einer Tiefe von nur dreißig bis fünfzig Zentimetern vergraben und konnte seismische Aktivitäten bis zu einer Tiefe von ein bis zwei Kilometern wahrnehmen. Zukünftige Versionen der Sonde sollen für Aktivitäten in noch tieferen Regionen der Erdkruste empfindlich und damit auch zur Vorhersagung von Erdbeben geeignet sein, planen die Forscher.
Die physikalische Ursache für das Auftreten der Stromstöße liegt der Erklärung des Würzburger Teams nach in den hohen mechanischen Spannungen an der Kontaktfläche des übereinandergleitenden Gesteins. Damit sei eine Trennung elektrischer Ladungen verbunden, welche mittels der Elektrodensonde durch einen Stromstoß wahrgenommen werden kann.




