In den einschlägigen Hollywoodfilmen passiert das üblicherweise so (und Sie dürfen gerne mitzählen, wie viele Fehler in der folgenden Darstellung zu finden sind): Ein Astronom steht des Nachts in der Sternwarte vor dem Teleskop. Er findet einen Asteroiden, den vor ihm noch niemand entdeckt hat. Sofort stellt er fest, dass dieser Himmelskörper sich auf einem Kollisionskurs mit der Erde befindet. Er tippt hektisch auf dem Computer herum und bekommt nach kürzester Zeit eine Animation der Flugbahn des Objekts: Es wird schon bald in Nordamerika einschlagen. Panisch verlässt der Astronom die Sternwarte, um die Welt zu informieren, kommt aber unter mehr oder weniger dubiosen Umständen ums Leben. Nur die amerikanischen Geheimdienste wissen um den drohenden Weltuntergang und arbeiten hektisch an einer Last-Minute-Mission, um die Erde zu retten. Kurz bevor sie ins All startet, tritt der amerikanische Präsident an die Öffentlichkeit, um in einer mitreißenden und emotionalen Rede zu erklären, dass die Lage ernst ist, aber noch Hoffnung besteht.
Fehler über Fehler
Und, haben Sie alle Fehler gefunden?
Und für uns an dieser Stelle am wichtigsten: Die Bahn eines Asteroiden zu berechnen, ist definitiv nicht so einfach, wie es in den Filmen dargestellt wird. Zu Beginn haben wir nur eine Handvoll Positionsdaten, die noch dazu nicht exakt sind und nie exakt sein können. Jede Beobachtung und jede Messung in der Wissenschaft ist immer mit Fehlern behaftet. Deswegen können wir auch nicht genau vorhersagen, wohin sich der Asteroid bewegen wird. Das geht nur innerhalb gewisser Grenzen – womit wir nun beim Schlauch angekommen sind.
In Diagrammen sind die Umlaufbahnen der Himmelskörper immer als Linien dargestellt. Das ist aber nur ein vereinfachtes Bild. Denn weil wir die Bahnen nur innerhalb gewisser Fehlergrenzen kennen, können wir eigentlich nicht sagen, entlang welcher exakten Linie sich der Himmelskörper durch das Sonnensystem bewegt. Stattdessen wissen wir nur, dass er sich irgendwo innerhalb eines gedanklichen Schlauchs befinden muss, dessen Durchmesser umso größer ist, je ungenauer die Daten sind.





