Die Expeditionsteilnehmer trafen auf zahlreiche Indianerstämme und sammelten weit über 100 bisher unbekannte Pflanzenarten. Die mit der Expedition verbundene Hoffnung, einen Schiffahrtsweg quer über den nordamerikanischen Kontinent von Ost nach West zu finden, erfüllte sich jedoch nicht. Dennoch war die Expedition von zentraler Bedeutung für das Selbstverständnis der jungen nordamerikanischen Republik. Erst Lewis und Clark gaben den Amerikanern einen Einblick in das Land, das sie 1803 mit dem Kauf des Louisiana-Territoriums erworben hatten, und untermauerten damit eindrucksvoll den amerikanischen Besitz- und Besiedlungsan-spruch bis an die Westküste des Kontinents.
Die Expeditionsleiter Lewis und Clark haben ihre täglichen Mühen, die Gefahren der Reise und Unbilden des Wetters in umfangreichen Tagebuchaufzeichnungen festgehalten, die auch heute noch eine hervorragende Quelle für Historiker und eine anregende Lektüre für Amerikareisende darstellen. Ursprünglich wollte Lewis diese Aufzeichnungen nach der Rückkehr für eine mehrbändige wissenschaftliche Ausgabe bearbeiten. Dazu ist er jedoch bis zu seinem Tod 1809 nicht mehr gekommen. Alle späteren Ausgaben des Texts greifen deshalb auf die Rohfassung der Tagebücher bzw. Bearbeitungen von Zeitgenossen zurück.
Der Herausgeber Hartmut Wasser orientiert sich bei seiner Ausgabe an der derzeit wohl verlässlichsten englischsprachigen Edition von Gary Moulton. Die deutsche Übersetzung von Uwe Pfullmann ist gut lesbar. Sprachliche Unebenheiten des Originaltexts wurden geglättet. Der Herausgeber hat dem Text eine knappe, aber prägnante Einleitung beigefügt, in der er in die Umstände der Expedition einführt.
Rezension: Schild, Georg




