Die Zukunft der Wälder sieht weltweit noch düsterer aus als bisher angenommen. Alarm geschlagen hat die Initiative Global Forest Watch des World Resources Institute (WRI). Danach könnten bereits in den kommenden 10 bis 20 Jahren durch Rodung 40 Prozent aller bisher intakten Waldregionen verschwunden sein. Hauptursachen für die Abholzung der Wälder seien Bergbau, Holzgewinnung und Straßenbau. Besonders schlimm sieht es in Russland aus. Hier befindet sich nach den Erkenntnissen von Global Forest Watch nur noch ein Viertel der Waldfläche in intaktem Zustand. Auf dem nordamerikanischen Kontinent soll die Hälfte aller Waldregionen kleiner als 200 Quadratkilometer sein, mehr als 90 Prozent davon befinden sich in Alaska und Kanada. Der Begründer der WRI-Initiative Dirk Bryant meint: „Wahrscheinlich werden künftig unberührte Wälder auf ‘Inseln‘ beschränkt sein, mitten in Gebieten, in denen kommerziell Holz gewonnen wird.” Besorgniserregend sei der Zustand der Wälder auch in Südamerika, Indonesien und Zentralafrika, wo unkontrolliert und zum Teil illegal abgeholzt wird. Zwar gibt es in vielen Ländern Gesetze zum Schutz der Wälder, aber sie werden nur selten durchgesetzt. Die aktuelle Untersuchung des Global Forest Watch stützt sich vor allem auf Satellitenbilder.
Hans Groth





