Dieser schwere Kreuzer brachte den zukünf‧tigen amerikanischen Präsidenten Eisenhower aus Korea zurück. – Nach dem 38. Breitengrad ein erholsames Tontaubenschießen an Bord.“ Mit diesen live gesprochenen Worten zum Filmbericht über Eisenhowers Rückreise aus Korea begann am zweiten Weihnachtsfeiertag 1952 um 20 Uhr in Hamburg die erste „Tagesschau“. Es folgten Filmbeiträge über das Richtfest des neuen Fernsehgebäudes in Lokstedt, eine Eisrevue, die in Hamburg gastierte, sowie ein Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und Jugoslawien.
Dabei war der Bericht über das Fußballspiel länger als der Korea-Aufmacher und die beiden Hamburger Provinznachrichten zusammen. Allerdings dürfte sich die freudige Überraschung über den Drei-zu-zwei-Sieg der deutschen Elf in Grenzen gehalten haben: Immerhin lag das Spiel bereits fünf Tage zurück. Eisenhower hatte Korea sogar schon drei Wochen zuvor verlassen. Kritik daran ist nicht überliefert. Selbst „Der Spiegel“, sonst für jede Häme gegenüber den ungelenken Gehversuchen der Fernsehpioniere zu haben, vermerkte nur lapidar, das Programm zeichne sich durch seinen „recht guten“ aktuellen Dienst aus.
Einen Tag zuvor, am 25. Dezember 1952, hatte Fernsehintendant Werner Pleister vom „Nordwestdeutschen Rundfunk“ (NWDR) die Versuchsphase des neuen Mediums Fernsehen in der Bundesrepublik für beendet erklärt und das tägliche Programm eröffnet. Bereits vier Tage zuvor, zu Stalins Geburtstag, war die DDR offiziell ins Fernsehzeitalter gestartet. Die deutsch-deutsche Geschäftigkeit in Sachen Fernsehen konnte allerdings kaum darüber hinwegtäuschen, dass der Start in die neue mediale Ära Ende 1952 überaus bescheiden ausfiel. Der Umfang des täglichen Programms betrug zunächst lediglich zwei Stunden, gesendet wurde von 20 bis 22 Uhr. Die Technik war unzureichend, die räumliche und personelle Ausstattung mehr als bescheiden.
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 12/2012.
Dr. Christoph Classen




