Der Erfolg von Ameisen, Bienen, Wespen und Termiten
Die Seidenpavillons der Weberameisen sind architektonische Meisterwerke. Sie bestehen aus Blättern, die mit klebrigen Seidenfäden zusammengewebt sind. Arbeiterinnen ziehen beim Bau die Blattränder zusammen, während ihre Kolleginnen Larven heranschleppen, die aus Spinndrüsen einen klebrigen Faden abgeben Leim für die Blätter.
Erstaunliches bringen auch die Blattschneiderameisen zustande: Sie ernähren sich von Pilzen, die sie in ihrem Garten züchten. Arbeitskolonnen von Arbeiterinnen schleppen dazu Blattstücke zum Nest, die dort von Helferinnen zerkleinert und mit Kotflüssigkeit versetzt werden. Nun pflanzen Arbeiterinnen Pilzfäden in das Substrat und bald sprießen die ersten Pilze.
Diese Meisterleistungen der Ameisen sind nur durch eine starke Arbeitsteilung und eine gute Kommunikation möglich. Wie das funktioniert, erklären die beiden renommierten Ameisenforscher Bert Hölldobler und Edward O. Wilson in ihrem neuen Buch. Ameisen haben im Laufe der Evolution das soziale Leben erfunden, ist Hölldobler überzeugt.
Sie und andere soziale Insekten bilden Netzwerke aus kooperierenden Individuen. Spannend und unterhaltsam stellen die Autoren die bizarre Welt von Ameisen, Bienen, Wespen und Termiten vor und erklären auch aktuelle Forschungsergebnisse. Dabei gehen die beiden Biologen zwar oft sehr ins Detail, aber die großartigen Fotos und Illustrationen können auch interessierte Laien begeistern.
Sabine Löcher-Bolz





