Der Volkskundler Timo Heimerdinger hat Kurs auf dieses Thema genommen und zeigt in seiner detaillierten Studie „Der Seemann“ nach einem Kapitel über die Veränderungen des Berufsbilds im 19. und 20. Jahrhundert diese Verklärung und dazu zahlreiche weitere Facetten des Seemannsbildes. So nahm man den Matrosen ebenso als angsterregenden „Un-Bürger“ wahr oder als patriotischen Kämpfer in der Marine. Im zweiten Teil des Bandes stellt der Autor anhand der „kulturellen Inszenierungen“ des Seemanns eine Typologie des populären Seemannsbilds auf und konfrontiert diese mit autobiographischen Erzählungen von Seeleuten. Dabei arbeitet er überzeugend heraus, wie stark auch die persönliche Lebensgeschichte in ihrer Wahrnehmung von den Stereotypen über den Berufsstand geprägt wird. Das Buch ist so eine durchaus anspruchsvolle, doch lohnende Lektüre.
Rezension: Talkenberger, Heike





