Im Jahr 1707 landete ein etwa vierjähriger „Mohrenknabe“ mit einem Schiff der Niederländischen Westindien-Kompanie im Hafen von Rotterdam. Der Junge kam aus Axim, einer Stadt an der damaligen „Goldküste“, dem heutigen Ghana. Die Kompanie betrieb dort ausgedehnten Sklavenhandel. Ob der Knabe von seinen Eltern verkauft wurde, von Matrosen gekidnappt oder ob er in Europa einem Vormund unterstellt werden sollte, bleibt – wie vieles in der Vita dieses bemerkenswerten Afrikaners – der Spekulation überlassen. Die Niederländische Westindien-Kompanie machte den Jungen jedenfalls den Herzögen von Braunschweig-Wolfenbüttel zum Geschenk.
Es war damals keine Seltenheit, dass „Exoten“ aus Übersee bei europäischen Herrschern Aufnahme fanden. So wurde Anfang des 17. Jahrhunderts die Indianerin Pocahontas aus Nordamerika nach England gebracht. Dort wurde sie vom Königshaus als „Indianerprinzessin“ anerkannt und vom Hochadel gefeiert. Viel später, 1803, machte der dunkelhäutige George Bridgetower von sich reden, ein Meistergeiger, der 24-jährig mit Beethoven dessen ihm gewidmete „Sonata mulattica“ Nr. 9 uraufführte. Nach einem Zerwürfnis der beiden benannte Beethoven die Komposition später in „Kreutzer-Sonate“ um. Er wollte damit den legendären französischen Geiger Rodolphe Kreutzer beehren. Dieser spielte sie aber nie, da er sie für nicht spielbar hielt.
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 12/2012.
Willy Hochkeppel




