Das Buch lässt sich in zwei Teile gliedern: Die ersten 126 Seiten bieten einen umfassenden Einstieg in das Thema, von der aktuellen Forschungsgeschichte über Leben und Sterben am Limes bis hin zum Verhältnis der Römer zum Norden. Der zweite Teil behandelt die einzelnen Stätten, geordnet nach ihrer geographischen Lage. Es folgen Übersichtslisten, ein umfangreiches Literatur- und Abbildungsverzeichnis sowie eine ausklappbare Karte aller vorgestellten Fundstellen am östlichen Limesabschnitt. Die Texte sind verständlich, und lateinische sowie Fachbegriffe werden erläutert. Eine der großen Stärken ist die Bebilderung des Bandes. Abbildungen von Originalfunden, viele erläuterte Karten, digitale Rekonstruktionen und Zeichnungen leisten einen wichtigen Beitrag zu seiner Verständlichkeit und Attraktivität.
Der für den Reisenden praktisch nutzbare Teil des Werkes ist jedoch der Katalog der Orte. Er bringen jeweils eine kurze Einführung zu jedem Fundplatz, eine konzise Beschreibung der Monumente und der Funde, anschauliche Pläne und Bilder sowie die wichtigsten Literaturhinweise.
Die einzelnen Katalogbeiträge beginnen mit einer Einführung in die Fundstelle. So wird beispielsweise für das an der Limesstraße gelegene Kastell Tulln an der Donau auf seine Bedeutung „zur Sicherung einer Furt in exponierter Lage am rechten Donauufer“ sowie auf die Fundsituation hingewiesen. Der erhaltene Hufeisenturm wurde später als Pulverturm sowie Salzdepot genutzt. Danach wird die Anlage in ihren Ausbaustufen vom Holz- zum Steinkastell ausführlich beschrieben. Eine Beschreibung des dazugehörigen Vicus und der Gräberfelder rundet die Ausführungen ab.
Ein Kasten gibt für jeden Ort Besichtigungsmöglichkeiten an. Dieser beschreibt nicht nur, inwiefern das Objekt zu besichtigen ist, sondern gibt auch, soweit vorhanden, eine Internetadresse an, unter der sich der Leser zu Öffnungszeiten und Modalitäten informieren kann. Die Recherche war dabei sehr gründlich, nur einige wenige Objekte ohne Angabe eigener Webseiten hätten noch Informationen auf Unterseiten der jeweiligen Gemeinden geboten. Im Falle des Kastells wird auf den Hufeisenturm sowie das Römermuseum Tulln mit seiner Internetpräsenz verwiesen.
Wenn keine Bebauung mehr vor Ort festzustellen ist, werden zuweilen auch Museen, in denen zum eigentlichen Objekt gehörende Funde ausgestellt sind, angegeben. Der Fokus liegt dennoch auch im zweiten Teil auf der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Funde unter Einbeziehung neuester Erkenntnisse.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Führer zu den archäologischen Denkmälern am römischen Limes in Österreich ein nützliches und interessantes Werk für Archäologieinteressierte und Reisende gleichermaßen ist, wenngleich sich letztere auf längere archäologische Ausführungen einstellen müssen. Für wen dies kein Problem darstellt, dem bietet sich hier eine umfangreiche und gut sortierte sowie informierte Übersicht potentieller Reiseziele.




