Der englische Historiker Philip Mansel schildert das aufregende Leben eines Edelmanns, der sich vor 1789 für Österreich auf zahlreichen Schlachtfeldern auszeichnete, das Kaiserhaus in Versailles wie am preußischen und am russischen Hof vertrat, die frivole Lebensart seiner Standesgenossen teilte, zugleich mit den Spitzen der französischen Aufklärung freundschaftlichen Umgang pflegte, der sich jedoch nach der Umwälzung in Frankreich zum Anhänger der Revolutionsgegner wandelte und später aus seiner Verachtung für Napoleon keinen Hehl machte.
Seit 1794 fest in Wien ansässig, brillierte er hier in den Salons, war zeitweise in den böhmischen Badeorten zu finden, wo er etwa auf Goethe traf. Zudem pflegte er Umgang mit dem alten Casanova, den er zur Abfassung seiner Autobiographie ermunterte. Bei alledem betrieb er den Druck seiner vielfältigen eigenen Schriften, unter denen die zur Kriegsgeschichte und über sein eigenes militärisches Leben sowie seine Lebenserinnerungen hervorstechen. Den Wiener Kongreß, auf dessen Höhepunkt er im Dezember 1814 starb, erlebte er in seiner gewohnten Rolle als Salonlöwe, aber auch als Vermittler wichtiger Hintergrundgespräche.
Die Biographie ist zwar interessant geschrieben, verliert allerdings angesichts der vielen Einzelheiten, von denen sie berichtet, bald den roten Faden und läßt sich daher nicht immer ohne Mühe lesen.
Rezension: Erbe, Michael




