Der alte Sandmann war gestorben und hatte seinen beiden Söhnen ein großes rechteckiges Baugrundstück von 165 Meter Länge und 120 Meter Breite hinterlassen. Allerdings war das Erbe mit der seltsamen Auflage verbunden, dass sich die Söhne das Grundstück entlang der Diagonalen, die von der Südwest- zur Nordostecke läuft, teilen mussten und diese Aufteilung auch zeitlebens nicht ändern durften. Welchen Sinn diese Auflage haben sollte, verstand niemand, aber der alte Sandmann war immer etwas verschroben gewesen.
Ein halbes Jahr nach dem Tod seines Vaters traf ich Abel, den jüngeren der beiden Sandmannbrüder, in unserer Dorfkneipe. Ich setzte mich zu ihm an die Theke und fragte: „Wann beginnt denn der Hausbau auf deinem neuen Grundstück?” „Vielleicht im nächsten Jahr”, erwiderte er. „Zunächst einmal ziehen mein Bruder und ich einen drei Meter breiten Weg zwischen unseren Grundstücken durch, der die beiden Zubringerstraßen verbinden soll. Der Weg wird zu gleichen Teilen auf beiden Grundstücken liegen und verstößt deshalb nicht gegen die Erbauflagen.” Abel trank einen Schluck Bier und fuhr dann fort: „Karl will den Weg für uns beide für einen Preis von 50 Euro pro Quadratmeter pflastern. Ich habe mich erkundigt: Das ist ein sehr günstiger Preis.” Karl Sandmann betreibt ein gut gehendes Pflasterunternehmen in unserem Ort. „ Karl hat mir einen genauen Gesamtpreis genannt, von dem ich dann die Hälfte bezahlen soll. Überschlagsmäßig scheint der Preis zu stimmen, aber wenn ich es nicht genau überprüfe und auch nur ein paar Euro zu viel zahle, erzählt Karl überall im Dorf herum, Lehrer seien zu dumm für die einfachsten Berechnungen. Und noch mehr Spott kann ich nun wirklich nicht gebrauchen. Man nennt uns schon überall wegen der unsinnigen Erbauflage die dreieckigen Brüder.” Abel ist Realschullehrer und unterrichtet Deutsch und Erdkunde.
„Aber vielleicht kannst du mir ja helfen”, sagte er hoffnungsvoll. Abel skizzierte das Grundstück mit dem Weg auf der Rückseite eines Bierdeckels. Da es um meine Geometriekenntnisse leider schlecht bestellt ist, gab ich nach einigen erfolglosen Versuchen auf.
Wissen Sie, was der genaue Preis für die Pflasterung des Weges war?
Die Lösung des Oktober-Preisrätsels
Die Folge der jeweils kleinsten natürlichen Zahlen, deren Quersumme die Werte 1, 2, 3, 4, … hat, ist 1, 2, 3, …, 9, 19, 29, …, 99, 199, 299, …, 999, 1999, 2999…, 9999, 19 999, … Die Folge der zweitkleinsten Zahlen mit dieser Eigenschaft ist 10, 11, 12, …, 18,28, 38, …, 189, 289, 389, …, 1899, 2899, 3899, …, 18 999, 28999, … Der Abstand der ein- und zweistelligen zweitkleinsten Zahlen von den kleinsten beträgt jeweils 9. Bei den dreistelligen Zahlen ist dieser Abstand 90, bei den vierstelligen 900 und bei den fünfstelligen 9000. Der Kilometerzähler hatte somit erstmals bei dem Stand von 9999 die Quersumme 36 und 9000 Kilometer später beim Stand von 18 999 zum zweiten Mal. Diese Quersumme wird nun zum ersten Mal beim Kilometerstand von 19 999 überschritten. Das Auto hätte also nach der Beobachtung noch 1000 Kilometer fahren müssen, bis die Quersumme des Kilometerzählers erstmals größer geworden wäre.
Die Gewinner
Das Los hat entschieden: Brigitte Bergendahl, Ascheffel und Maria Weiß, Fürth/Bayern erhalten den Hauptgewinn, jeweils ein Zeiss-Taschenfernglas. Buchpreise bekommen: Kord Borcherding, Stutensee; Matthias Brandstätter, München; Dr. Burkhard Heine, Bad Bramstedt; Karl-Otto Koch, Lohfelden; Joachim Wilke, Waldbronn. Wir gratulieren allen Gewinnern.
So machen Sie diesen Monat mit
Teilnehmen kann jeder, außer den Mitarbeitern des Verlags und deren Angehörigen. Schicken Sie bitte Ihre Lösung (ausschließlich!) auf einer Postkarte bis zum 31. Januar 2005 an:
bild der wissenschaft, Kennwort „Cogito 01|05″
Ernst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen
Die Lösung und die Namen der Gewinner werden im April-Heft 2005 veröffentlicht.
Zu gewinnen
Unter den Einsendern der richtigen Lösung werden zwei Hauptgewinne und fünf Bücher ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Hauptgewinn ist der Brockhaus multimedial 2004 – ein umfassendes Lexikon auf DVD-ROM mit 315 000 Stichwörtern, Videos, Weblinks, Englisch- und Fremdwörterbuch und einigem mehr (siehe www.brockhaus.de). Als Buch zu gewinnen ist „Chaos” von Bruno Eckhardt, erschienen im Fischer Taschenbuch Verlag – eine kompakte Erläuterung chaotischer Phänomene vom Wetter bis zu Satellitenbahnen (siehe www.fischer-kompakt.de/chaos).
Sind Sie noch im Bild der Wissenschaft? – Die richtigen Antworten
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