Schon länger ist bekannt, dass es auch in der Luft und in den Wolken Bakterien gibt: Sie werden mit Wüstenstaub oder Wassertröpfchen in die Höhe gewirbelt und vom Wind verweht. Einige Bakterien und Pilzsporen können so über tausende Kilometer weit transportiert werden. Schätzungen zufolge kann Luft daher je nach Staub- und Aerosolgehalt einige tausend bis einige Millionen Bakterien pro Kubikmeter enthalten. Ob diese Mikroben jedoch aktiv sind oder nur passiv im Überdauerungszustand transportiert werden, ist unklar.

Fahndung im Nebel
Ähnliches galt für Nebel – dichte, bodennahe Schleier aus unzähligen feinen Wassertröpfchen, die beispielsweise an kühlen Herbstmorgen entstehen. „Wir wissen bisher nur wenig darüber, welche Bakterien in Nebeln existieren“, sagt Erstautorin Thi Thuong Thuong Cao von der Arizona State University. Um mehr darüber herauszufinden, sammelten sie und ihre Kollegen über zwei Jahre hinweg Nebelproben in verschiedenen windstillen Tälern in Pennsylvania.
Die Forschenden untersuchten mittels DNA-Analysen, ob und welche Mikroben in diesen Nebelproben vorkommen. Außerdem beobachteten sie die Mikroben unter dem Mikroskop und legten Kulturen auf Nährmedien an, um mehr über deren Stoffwechsel und Aktivität herauszufinden. Zum Vergleich untersuchten Cao und ihre Kollegen auch Luftproben und Aerosole von denselben Probenstellen an nebelfreien Tagen.
„Genauso viele Bakterien wie im Ozean“
Die Analysen enthüllten: In jedem Milliliter Nebelwasser detektierten die Forschenden Millionen Kopien bakterieller DNA. Zwar enthielt nicht jedes einzelne Nebeltröpfchen solche bakteriellen Gensignaturen, aber insgesamt erwies sich der Nebel als erstaunlich belebt: Ein Fingerhut voll Nebelwasser enthielt mehrere zehn Millionen Bakterien. „Wenn man alle Nebeltröpfchen zusammennimmt, enthalten sie genauso viele Bakterien wie der Ozean“, sagt Cao.






